: Ritschi und Sina in Gampel mit dem neuen Lied "Du seisch". Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen: |
Ritschi: Ich habe Sina bei der ersten CD-Produktion kennen gelernt und fand sie von Anfang an sehr cool. Im 2004, während meines WK's, hat mich Sina angerufen und gefragt, ob ich mit Ihr für die neue CD einen Song aufnehmen würde. Ich habe natürlich spontan zugesagt. Umso toller war es natürlich auch, als mich Sina für diesen Gampel-Auftritt anfragte. Es ist mein einziger Auftritt in diesem Jahr und die Krönung der ganzen Zusammenarbeit mit Sina.
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: Ist das Gefühl anders, wenn Du nun einmal nicht mit deinen Jungs von Plüsch auf der Bühne stehst, sondern als Special Guest bei Sina auftreten darfst? |
Ritschi: Ja, komplett anders! Ich habe nun 9 Jahre lang immer mit Plüsch Musik gemacht. Das war der erste Auftritt, solange ich singe, welchen ich nicht mit meinen Jungs gemacht habe. Es war sehr ungewohnt, denn ich wusste zum Beispiel nicht, was passieren würde, wenn ich mich "versingen" würde. Das ist dann bei "Heimweh" auch prompt passiert. Doch zum Glück hatte ich alles Profi-Musiker auf der Bühne und deshalb musste ich mich deswegen nicht fürchten. Aber es ist schon ganz anders, ob man mit der eigenen Band auf der Bühne steht oder mit fremden Musikern. Ich kenne die Musiker natürlich schon aber habe noch nie mit Ihnen zusammen live gespielt. Deshalb war ich wohl nervöser als sonst und bin ziemlich auf der Bühne "umezwaschblet".
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: Habt ihr für diesen Auftritt zusammen geprobt? |
Ritschi: Wir hatten zwei Proben, doch in diesen Proben haben wir nur je etwa 3 Mal den Song gespielt. Das ist natürlich kein Proben im Sinn einer Tourvorbereitung. Wenn wir einen Song für eine Tour proben, dann spielen wir diesen etwa 50 Mal, bevor wir ihn zum ersten Mal vortragen. Deshalb war ich natürlich auch umso nervöser. Zudem kamen noch einige Improvisationen dazu, welche einem nicht unbedingt die Nervosität nehmen. Doch es ging gut und war ok!
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: Was sagt der Rest der Band zu Deinem Soloauftritt? |
Ritschi: Die haben nichts zu sagen - lacht! Vor einem Jahr wäre es noch gar nicht zur Debatte gestanden, dass ich hier mitmache. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir noch viel mehr darauf geachtet haben, dass wir den Namen "Plüsch" auch mit der Band verbinden und nicht nur mit mir. Deshalb haben wir auch gesagt, es gibt nur Plüsch und keine Projekte ausserhalb. Simi hat dann seinen Beruf aufgegeben und hat gesagt, dass er eigentlich noch in andern Bands Bass spielen möchte. Das war eigentlich auch kein Problem, doch es ist natürlich klar, dass ich nun auch solche Solo-Auftritte machen kann. Wir sind in der Zwischenzeit auch älter geworden und Plüsch sind einfach wir fünf. Wenn ich alleine unterwegs bin, dann bin ich das als "Ritschi". Keine Angst, das ist nicht der Anfang einer Solokarriere - überhaupt nicht!
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: Du hast nun seit einem halben Jahr Pause. Für was hattest Du jetzt wieder einmal Zeit? |
Ritschi: Für weniger als vorher. Während der Tournee hast Du viel mehr Zeit. Die Songs sind alle gemacht. An den Wochenenden spielst Du die Konzerte und unter der Woche hast du mehr Zeit oder gehst arbeiten. Du brauchst Dir auch keine Gedanken um die Songs zu machen. Zur Zeit sind wir viel am Proben und Jamen. Songs schreiben kann man dem nicht sagen. Wir machen zusammen Musik und was daraus entsteht, gibt dann die nächste Platte.
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 : Wenn Du jetzt mal Dein Leben vor 2002, bevor Ihr den grossen Durchbruch geschafft habt, mit Deinem jetzigen Leben vergleichst. Was hat sich da verändert?
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Ritschi: Für mich hat sich verändert, dass ich nicht mehr jeden Tag um 7 Uhr auf die Baustelle arbeiten gehen muss. Ich habe bis Mitte 2003 noch gearbeitet und meine Stelle dann gekündigt, weil ich mir gesagt habe ich mache jetzt wieder einmal Ferien. Diese "Ferien" dauerten jedoch dann nicht wie geplant 3 Monate, sondern 2 Jahre und in diesem Frühling habe ich nun als Radiomoderator angefangen zu arbeiten. Sicher auch Dank meines Bekanntheitsgrades konnte ich mich beruflich so verändern, dass es mir gut gefällt. Ich arbeite 50% als Radiomoderator und das ist "cool"! |
: Kannst du denn nicht alleine von der Musik leben? |
Ritschi: Doch das würde im Moment, solange es so gut läuft, gehen. Doch in der Schweiz ist es halt so, dass der Erfolg meist zeitlich begrenzt ist. Bei einigen geht es 5 Jahre oder 10 Jahre, bei einigen ist der Erfolg nach 3 Jahren vorbei. Wir sind jetzt im 4 Plüsch-Jahr und du weisst nie, wie es weiter geht. Wenn Du dann vom Profimusiker zurück auf den Bau musst, wäre dass dann umso schwieriger. Ich kann mir zwar gut vorstellen, wieder einmal als Schreiner zu arbeiten, doch der Schnitt vom Profimusiker wieder zurück auf den Bau das wäre mir dann doch zu "grob". Deshalb möchte ich mich gerade jetzt ein bisschen weiterbilden und Radiomoderator sagt mir sehr zu. Weiter würde mich natürlich auch das Musikschreiben für andere Leute interessieren. Im Moment bin ich jedoch noch ein zu schlechter Texter, dass ich mir das zutrauen würde, doch als Ziel habe ich das sicher im Hinterkopf. |
: Auf der Bühne bist Du ein grosser Entertainer und Du gibst immer Gas. Gibt es denn auch einen ruhigen Ritschi? |
Ritschi: Ja Du hast ihn jetzt gerade vor Dir. Das ist sicher auch etwas, was sich in den letzten 3 Jahren verändert hat. Ich war früher immer so, wie ich auf der Bühne bin. Jetzt kann ich diese Energie auf der Bühne ausleben und wurde deshalb privat sicher ruhiger. Vor allem auch mit dem ganzen Rummel, welcher plötzlich um meine Person stattfindet. Dann suchst Du natürlich auch mal die Ruhe. "Aber ä Schnurri bin i trotzdäm und wird i ou immer sy!" |
: Hast Du noch einen grossen Traum in Sachen Musik? |
Ritschi: Einer ist heute sicher in Erfüllung gegangen! Ich konnte mit Kuno zusammen auf der Bühne stehen, ich konnte mit Sina und auch mit Polo zusammen auf einer Bühne stehen. Das war sicher etwas vom Grössten! Zuerst war es der Gurten, dann Kuno und Co. und ich war auch sehr nervös mit solchen Musikgrössen gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Was sicher auch noch ein Traum ist, wäre mal im Hallenstadion zu spielen. Da würde ich auch am Nachmittag um 15 Uhr als Vorgruppe auftreten.
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: Du hast vorhin angesprochen, dass Ihr am Jamen seit. Kannst Du schon etwas Konkretes über die neue CD sagen? |
Ritschi: Nein im Moment gibt es noch gar nichts Konkretes. Wir haben im Sinn eventuell nächstes Jahr eine CD aufzunehmen. Sicher ist aber nur, dass wir im nächsten Jahr wieder Konzerte geben werden. Aber wie das mit einer CD ist, können wir im Moment wirklich noch nicht sagen. Wir möchten uns musikalisch auch weiter entwickeln und versuchen natürlich auch Neues aus. Im Moment ist es einfach noch nicht möglich einen genauen Zeitplan anzugeben. |
: Gibt es von der Plattenfirma keinen Druck, wieder eine CD zu veröffentlichen? |
Ritschi: Doch den gibt es natürlich schon, doch sie können uns nicht zwingen ins Studio zu gehen und wir lassen uns auch nicht dazu zwingen, bis wir finden - doch jetzt sind wir dazu bereit!
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: Auf der letzten CD habt ihr ja ein Stück in welchem ihr auch italienisch singt. Singen Plüsch eventuell in Zukunft in einer anderen Sprache? |
Ritschi: Nein ich kann keine Fremdsprache so gut wie Mundart. Was ich mir vorstellen kann ist eventuell mal etwas auch Hochdeutsch zu machen - aber nicht um in Deutschland erfolgreich zu werden, denn das ist absolut illusorisch. Es geht halt eher ums Ausprobieren, doch ich denke, solange es Plüsch geben wird, werden wir auch in Mundart singen. Wer weiss, vielleicht sage ich ja mal in 30 Jahren, so jetzt mache ich noch etwas Anderes. Sag niemals nie - doch ich denke eher weniger! Mir liegt es halt so zu singen wie ich "schnurre" und wenn ich jetzt in englisch singen würde, könnte ich ja nichts mehr zwischen den Liedern sagen, da ich zu wenig gut englisch kann.
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: Wie wichtig ist für Dich eigentlich das Internet? |
Ritschi: Das Internet ist eigentlich für das ganze Plüsch-Projekt etwas vom Wichtigsten. Jeder von uns mach für sich zuhause Songs und wir verschicken diese Files und jeder bastelt dann an den Songs wieder ein wenig weiter. Wenn wir dann das Gefühl haben, daraus könnte was entstehen, gehen wir zusammen in den Bandraum und spielen den Song ein. Email ist natürlich auch sehr wichtig, da man immer wieder die Möglichkeit hat etwas nach zu lesen. Das ist natürlich umso wichtiger, wenn du zu Fünft bist und nicht alleine entscheiden kannst. Wenn man von den andern 4 etwas wissen muss, schreibt man ein Email und am Abend hat man von allen eine Antwort.
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: Das Gästebuch auf www.pluesch.ch ist ja immer noch voller Einträge? |
Ritschi: Es hat jetzt schon ein wenig abgenommen. Während der Tournee haben wir zum Teil über 100 Einträge pro Tag.
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: Kommt Ihr dazu alle Einträge zu lesen? |
Ritschi: Ich muss leider gestehen, dass ich manchmal nicht alle Einträge lesen kann, vor allem wenn Diskussionen aufkommen, wer aus der Band nun der Bessere sei oder ob nun der eine Fan mehr Fan sei als der andere Fan, dann kann es sein, dass ich 2-3 Seiten überspringe. Doch generell werden alle Einträge gelesen und vor allem auch Fragen beantwortet. Die Fans können nirgends so einfach mit uns in Kontakt treten, wie per Email oder mit einem Eintrag in unserem Gästebuch.
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: Wir danken Ritschi, dass er sich trotz Ferien Zeit genommen hat, uns diese Fragen zu beantworten. Nun müssen wir uns bis ins 2006 gedulden um Plüsch wieder live auf den Schweizer Bühnen zu erleben. |