| Obwohl es Aeywaeg erst seit knapp zwei Jahren gibt, konnte die aufstrebende Berner Band letzte Woche bereits das zweite Album mit dem Titel "mi wäg" veröffentlichen. Dies war natürlich Grund genug, Röbu Buri ein paar Fragen zu stellen: | 
|
: Aeywaeg besteht aus zwei Generationen. Vater und Sohn in einer Band ist ja eher selten. Kennt ihr so was wie einen "Generationenkonflikt" bei euch nicht?
Röbu: Höchstens wenn es um’s Sauberhalten der Wohnung geht. Kev und ich teilen uns ja noch eine Loge. Nein, wir sind uns in sehr vielem einig, das ist Tatsache. Kevin und die anderen Jungen bringen viel Dynamik in die Band. Sie haben eigentlich freie Hand, ihre Einflüsse anzubringen. Da sind schon Meinungsunterschiede, aber die Band wird von Toleranz sehr geprägt und das ist super. Gide ist der ruhige Pol, er sagt am Schluss noch etwas und das ist dann jeweils genau das, was gesagt werden musste. Im Übungskeller wird manchmal fast bis zur Ohnmacht gelacht. Wir haben es toll, das darf ich sagen.
: "Mi Wäg" ist bereits euer zweites Album. Ist der Druck, sowohl von den Fans, wie auch von euch selber grösser als beim ersten Album?
Röbu: Eigentlich verspüren wir überhaupt keinen Druck. Wir sind so unbeschwert in diesem Geschäft, wir sind ja „Nachwuchs“, stell dir das vor! Alle in der Band haben einen Job und machen Musik zur Freude. Es gehr alles so wie geschmiert, es ist unglaublich. Das erste Album hat unser Sologitarrist Gide Stöckli zuhause grandios produziert. Es beinhaltet neun Mundartsongs, die wir live (Basics an 1Tag!) eingespielt haben, das heisst alle Musiker simultan. Es rockt also zünftig. Auf der neuen CD sind diese neun Mundartsongs wiederum drauf, aber eher modern popig. Die drei englisch getexteten Songs haben wir durch drei Mundart Stücke ersetzt und haben nun eine wunderbare Studioproduktion, die Adi Sturzenegger (www.creative-lounge.ch)aufgenommen hat. Es tönt, das kann ich dir versprechen!
: Ihr habt ja auch schon bei einem GP Fest von Tom Lüthi gespielt. Wird Aeywaeg nun gleich durchstarten wie Tom?
Röbu: Wir sind startbereit auf dem Grid und warten darauf, dass die roten Ampeln erlöschen. Unser Manager hat den Finger auf dem Knopf. Ich drücke Tom die Daumen, dass er dieses Jahr auch wieder siegt.
: Was hat euch dazu bewogen, in Mundart zu singen.
Röbu: Es ist eine lange Geschichte, aber kurz dazu: als ich mich 2002 von meiner Frau trennte, kam ich bei meinem Freund und jetzigen Manager Res Widmer unter. Kevin kam gleich mit. Eines Abends nahm ich die Gitarre zur Hand und spielte eine englisch gesungene Nummer (don’t call me up) Res fragte, von wem dieser Song sei. Ich erwiderte, den hätte ich geschrieben. Er, der Musikliebhaber mit 2000 CD’s im Archiv meinte, ich hätte da ein grosses Talent im Ärmel. Er fragte, ob es nicht möglich wäre, etwas in Mundart zu schreiben. Zwei Wochen später lieferte ich „Ängle“ ab. Von da weg schrieb ich einen nach dem anderen. Nach vier Jahren sind es so an die dreissig.
: Ist es ein Vorteil, wenn man als Mundartband aus dem Kanton Bern stammt, oder angesichts der vielen Berner Mundart-Bands vielleicht sogar ein Nachteil, weil die Konkurrenz doch beachtlich ist?
Röbu: Unser Produzent, Adi Sturzenegger sagte einmal zu mir: ihr Dudes habt es so geil, dass ihr waschechte Berner seid. Ihr müsst den beliebtesten aller Dialekte zum Singen nicht imitieren, ihr beherrscht ihn. Es ist ein Segen, da sind sich wohl alle Mundartler mit mir einig. Musik lässt glaube ich gar keine Konkurrenz aufkommen. Wir sind doch allesamt Sinnesgenossen, etwas durchgeknallt, aber sooo liiieb!!
: Ende Januar konntet ihr als Vorgruppe von den Roots 66 feat. Polo Hofer in der ausverkauften Heubüni in Ortschwaben spielen. Was habt ihr für Erinnerungen an dieses Konzert?
Röbu: Wer die Heubüni kennt und sie bis zum letzten Platz gefüllt hat und vor dieser Kulisse ein Rockkonzert geben durfte, der hat nur schöne Erinnerungen. Nach unserem Konzert fragte ich Polo, ob es ihm denn gefallen hätte, was wir da abgeliefert haben. Er meinte in seiner ruppigen Art: „hesch ja aui uf dirä Site gha, was wosch de no meh?“ Das war ein Kompliment für mich, vor allem wenn man bedenkt, dass es Aeywaeg erst gut zweieinhalb Jahre gibt. Zudem haben sich die beiden Roots Dänu Stöckli (Sänger) und Küre Hauser (Drummer) ebenfalls sehr positiv dazu geäussert, was mich natürlich sehr gefreut hat. Unsere Aufgabe als Vorband war es, die Leute in Stimmung zu versetzen. Das ist uns glaube ich gelungen, gell, du warst ja auch dabei?
: Ihr habt ja bereits einen eigenen Fanclub, welcher sogar eine eigene Homepage betreibt. Ich glaube davon träumen einige der grossen Bands auch noch. Wie kam es dazu?
Röbu: Wir haben überhaupt eine grandios ausgereifte Infrastruktur. Der Manager und ich sind im Lebensmittelbusiness tätig und haben eine grosse Kundschaft. Diese waren natürlich zum grossen Teil von Anfang an dabei. Die Familie Schweizer ist eine solide Fan-Gruppe, die an uns und unsere Musik glaubt. Sie stellen ihr ganzes Wissen und Können zur Verfügung um uns weiter zu helfen. Das ist Grosszügigkeit! Herzlichen Dank an sie. Und unser Webmaster ist ein Töff-Kollege, der mit mir oft den Gummi zum Schmelzen bringt.
: Was können wir in der nächsten Zeit von Aeywaeg so erwarten und wo führt euer Weg noch hin?
Röbu: Jetzt sind Auftritte angesagt. Es ist nicht einfach, solche buchen zu können, wenn man noch nicht an allen Radiostationen rauf und runter gespielt wird. Res Widmer ist ein äusserst engagierter Manager, der nichts unversucht lässt, uns an Konzerten und Openairs reinzubringen. Ich möchte ihm für das alles danken. Wir sprechen aber bereits vom nächsten Album, jawohl!
: Herzlichen Dank, dass ihr euch für die Beantwortung dieser Fragen Zeit genommen habt. Wir wünschen euch für das neue Album viel Glück und viele tolle Konzerte.
Röbu: Mike, dir auch herzlichen Dank, dass du uns über dieses Medium zu Wort kommen lässt.
| Röbu von Aeywaeg in der Heubüni Ortschwaben |
|
- Bitte orientiere Deinen Kommentar am Thema des Beitrages.
- Persönliche Angriffe und/oder Diffamierungen werden gelöscht.
- Das Benutzen der Kommentarfunktion für Werbezwecke ist nicht gestattet. Entsprechende Kommentare werden gelöscht.
- Bei Fehleingaben lade diese Seite bitte neu, damit ein neuer Sicherheitscode generiert werden kann. Erst dann klicke bitte auf den 'Senden' Button.
- Der vorgenannte Schritt ist nur erforderlich, wenn Sie einen falschen Sicherheitscode eingegeben haben.
|
Powered by AkoComment Tweaked Special Edition v.1.4.6 AkoComment © Copyright 2004 by Arthur Konze - www.mamboportal.com All right reserved |