: Herzlich willkommen in der Arena von mundart-rock.ch. Es freut mich, dass in der heutigen Arena gleich 3 Bundesräte vertreten sind. In der Presse hat man leider noch nicht viel von euch gehört, könnt ihr euch kurz vorstellen? |
Hr. Longo: Vielen Dank für die Einladung. Schön haben Sie es hier! Hr. Limbe: Die Freude ist ganz unsrerseits. Hr. Keeton: Gerne. Hr. Limbe: Genau. Bundesrat Keeton ist 1956 im Kanton Appenzell als Sohn einer kanadischen Seiden- wäscherin und eines französischen Postboten zur Welt gekommen. Im zarten Alter von 16 Jahren sagte er das erste Mal 'Nein' und wurde sofort zum führenden Politiker der Schweiz. Er wurde daraufhin als jüngster der Bundesröt vereidigt und verteidigt bis heute zusammen mit Herr Limbe und Herr Longo die Ehre der Helveten. Herr Douglas Keeton hat übrigens die Strophen acht und neun unserer Nationalhymne komponiert ... leider jedoch das Manuskript verloren. Schlagzeugspielen und Singen ist Herr Keetons grösstes Hobby, wenn er nicht grad ein Bundesrad montiert!
Hr. Longo: Bundesrat Leonhard Limbe kommt aus dem Entlebuch und erblickte 1951 das Licht der Welt. Nach der abgeschlossenen Lehre als Türsteher machte er einen 3-wöchigen Erweiterungskurs zum Bundesrat und ist nun seit nunmehr 20 Jahren der Kämpfer an der Seite von Longo und Keeton. Herr Limbe erfand 1978 das weisse Kreuz auf rotem Grund und darf getrost als Modelleidgenosse betitelt werden. Wenn Herr Limbe nicht arbeitet, dann spielt er liebend gerne auf seinem Schweizer Reisebass und singt lustige Lieder über Wirtschaftskriminalität.
Hr. Keeton: Bundesrat Lukas Longo ist Vorsteher und Pressesprecher der 3 Bundesröt Geboren 1948 in der Zentralschweiz und aufgewachsen als Missionarssohn bei Löwen und Hyänen (in der Nähe von Airolo) ist Herr Longo der älteste des Kollektivs. 1964 hat Herr Longo das Bundesrad erfunden und ist seither eine lebende Legende! Auf der politischen Weltbühne machte er vor allem Anfang der achziger Jahre von sich reden, als er den Petersinsel-Konflikt löste und dafür den Friedenspreis von Brugnasco erhielt! Heute ist Lukas Longo ein gern gesehener Gast in Talkshows mit dem Thema "Bundesrat bastelt Bundesrad". In seiner Freizeit spielt Bundesrat Longo Gitarre und singt dieselben Lieder, die damals seine Mutter schon nie mochte!
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: Nun bin ich schon gespannt, wie man auf einen Bandnamen „Die 3 Bundesröt" kommen kann? |
Hr. Longo: Da gingen wir eigentlich den klassischen Weg. Kurz gesagt: angefangen als Gemeinderat, dann Grossrat, kurzes Intermezzo (1967-82) und exekutive Sporen abverdient als Regierungsrat, glanzvolle Wahl zum Nationalrat und schliesslich direkter und glorioser Einzug in den Bundesrat.
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Ihr kommt aus Basel. Da wäre es doch angebrachter mit Rap zu versuchen die Schweiz zu „regieren". Wieso also gerade Mundart-Rock? |
Hr. Keeton: Sie sprechen eine ganz alte Basler Tradition an. Denken wir an P-27, den schwarzen Tiger und Mac Ronald, den brennenden Herd, den Kalamitätendoktor und viele andere. Hr. Limbe: (Nickt und denkt nach.) Hr. Longo: Wir kommen einfach mehr aus der Saiten-Ecke. Vielleicht familiär bedingt. Hr. Limbe: Das ist schon so. Aber man kann getrost sagen, dass ganz tief in uns drin unser Herz auch für den Rap schlägt. Hr. Keeton: Schön gesagt.
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: Wie regiert es sich eigentlich von Basel aus? Keine Lust nach Bern zu ziehen? Immerhin ist Bern ja sowohl die Hauptstadt der Politik und des Mundart-Rock’s. |
Hr. Keeton: Diesen Gaul müssen Sie von hinten aufzäumen. Wir schaffen Synergien. Gehen neue Wege. Basel? Immer englisch? Ausser Rap? Warum, sagten wir uns, nicht auch mal in Mundart? Hr. Limbe: Und: Immerhin sind das ja keine Distanzen. Hr. Keeton: Das auch wieder nicht. Hr. Longo: Basel ist Basel. Bern ist Bern. Lausen ist nicht Laufen. Aber Mundart ist Mundart. Hr. Keeton: Eben.
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: Viele Schweizer Bürger haben Angst sich mit Politik auseinander zu setzen. Kann hier das Album „Siebesieche" helfen, die Politik dem Schweizervolk etwas näher bringen? |
Hr. Limbe: Diese Frage können wir ganz klar mit Ja beantworten. Hr. Longo: Nehmen wir einmal 'Gänfer Meitli'. Dieses schwingende Stück bringt doch ein bisschen Fröhlichkeit zwischen die Romandie und die Deutschschweiz. Schüttet den Röstigraben ein bisschen zu. Hr. Keeton: Oder 'Latte Macchiato'. Ein Lied das die Wirtschaft richtiggehend ankurbelt. Die Leute in die Wirtschaft lockt. Hr. Limbe: Haben Sie 'Gebore in de 70er Johr' schon gehört? Der Generationenkonflikt. Aber hören Sie es sich an. Diese Nummer schlägt Brücken von Alt zu Jung! Hr. Longo: '07:10'. Der ungehinderte Agglomerationsbevölkerungszuwachsstrom. Hr. Keeton: 'Alfa Turbo'. Autobahnen - Raser - Verkehr ... Hr. Limbe: Die bürgerliche Verunsicherung: 'I weiss nümm witer'. Hr. Longo: Aber hören Sie doch am besten selbst ...
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: Ich nehme mal an, dass Ihr mit „Siebesieche" eure sieben Kollegen meint. Was kann man in euren Songs über diese „sieben Sieche" erfahren? |
Hr. Keeton: Jetzt wo Sie es sagen ... das sind ja auch sieben Siechen! Hr. Limbe: Wenn das kein lustiger Zufall ist! Hr. Longo: Wir meinten schon wir seien Siibesieche. Hr. Keeton: Aber die auch! Hr. Limbe: ... sowas!
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Wie geht’s eigentlich eurem Bundesratskollegen „Christoph Blocher"? In letzter Zeit wurde es ziemlich ruhig um ihn. Gibt es da eventuell interessantes zu berichten? |
Hr. Keeton: Ah! Noch eine Fangfrage! Sie wissen doch, dass wir keine Indiskretionen rumerzählen dürfen! Hr. Longo: Nur soviel: er und seine 'Anker Buam' sind am arbeiten. Sie sind an einer neuen Scheibe. Crossover - Ländler trifft Minnegesang. Ich persönlich freue mich sehr darauf, habe schon ein paar Takte zu Ohren bekommen. Sein wunderbarer Baritonton kommt unheimlich schön zur Geltung. Hr. Limbe: Jetzt aber genug ausgeplaudert!
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Wie es in der Politik so üblich ist, gibt es meist nur Kompromisse. Musstet Ihr für das Album viele Kompromisse eingehen? |
Hr. Limbe: Halt! Da hört für uns der Spass auf: wir sind immer zum reden bereit. Ich sage nur Konkortanz! Aber Kompromisse - wo kämen wir denn da hin!?
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In Samnaun seit ihr Supporting Act von den „Toten Hosen". „Tote Hosen" gibt es ja in Bern genug – für euch also nichts Neues oder vielleicht doch? |
Hr. Longo: Das würde ich so nicht sagen. Bern ist eine schöne Stadt und die meisten, die ich getroffen habe hatten Hosen an. Bern ist Bern. Hr. Limbe: Von dem her altbekannt und doch was Neues.
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Zum Schluss habt ihr noch die Möglichkeit, euren Wählern mitzuteilen, wieso man euch für die nächste Amtsperiode wieder wählen sollte. |
Hr. Longo: Spätestens wenn Sie unsere Scheibe hören werden Sie wissen: Diese Räte möcht ich nicht missen!
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So nun bleibt mir nur noch euch recht herzlich zu danken und wir sind alle gespannt, was uns mit "Siebesieche" erwarten wird. Ab 25.04.2005 in jedem Plattenladen! |