: "Bärndütsch fägt haut scho extrem" ist Deine erste CD. Was war das für ein Gefühl, die erste eigene CD in den Händen zu halten? |
Danah:
das, was vorher abging, war viel intensiver:
die zusammenarbeit mit reto ( der zweite „süubermond“ ) und all den anderen, die auch nur an das eine denken - so wie ich - fühlte sich ungefähr so an, wie wenn du stundenlang im stau gestanden hast und dann endlich aufs klo kannst – erleichterung, loslassen, vollgas !
als ich die cd dann in den händen hatte, war ich eher traurig, dass dieses abenteuer schon geschichte war und die bangerei nun von vorne losgeht, ob ich die vielen ideen, die da noch in den ordnern liegen, irgendwann realisieren kann. das war so eine art postnatale depression.
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: Deine Songs sind sehr abwechslungsreich - wie würdest Du Deine Art von Musik jemandem beschreiben, der Dich und Deine CD noch nicht kennt? |
Danah:
ich nenne es lumpenpop oder popliedermacherei. musikalisch ist es wohl am ehesten pop, inhaltlich alles mögliche zwischen tief- und blödsinn.ich habe vermutlich eine schubladenallergie und bin völlig resistent gegen konzepte. es will mir halt nicht einleuchten, wieso alles so gleichförmig ablaufen soll. das leben ist es ja auch nicht.
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: Wie sind die Songs zum Album entstanden? |
Danah:
ich texte fürs leben gern. deshalb beginnt’s meistens mit einem text. ich stelle mir dann häufig irgend einen groove, eine stimmung oder eine melodie vor und gebe das so weiter, z. b. an reto, der so gut komponiert, dass man daneben glatt komplexe kriegen könnte.
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: Wieso singst Du Deine Lieder in Mundart und nicht in Englisch? |
Danah:
früher sang ich nur in englisch. ich finde diese sprache unglaublich ästhetisch, verglichen mit unserem berndeutschen gekrächze. irgendwann stellte ich aber fest, dass die leute am konzert während meiner ansagen jeweils aufmerksam zuhörten und während der songs anfingen zu plaudern. da wurde mir klar, was zu tun ist und ich schrieb innert tagen alles neu – in berndeutsch.
als man mich dann verstand, kriegte ich ziemlich viele textaufträge. unterdessen schreibe ich für einige andere künstler aus ganz verschiedenen musiksparten in dialekt, hochdeutsch und auch in englisch ( ich hoffe, das publikum schwatzt dann nicht zu laut.... ).
unterdessen ist es für mich eine ganz selbstverständliche sache, berndeutsch zu singen. es ist definitiv viel persönlicher.
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: Die Mundart-Szene wird von männlichen Sängern dominiert. Wieso glaubst Du haben es die Frauen schwieriger? |
Danah:
ich weiss nicht, ob wir es tatsächlich schwieriger haben .... ?
ich würde mich aber gern für einen test zur verfügung stellen und mich mal für eine weile als mann ausgeben, um zu schauen, ob’s besser läuft.
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: Du bist eigentlich Bernerin - Was hat Dich in den Kanton Solothurn verschlagen?
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Danah:
als ich hörte, dass im showbiz eine gute ausstrahlung von vorteil sei, dachte ich, gösgen könnte mir nützlich sein.
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: Auf Deiner Homepage schreibst Du seit Jahren einen eigenen Blog. Da kann man auch ganz "Intimes" von Dir erfahren. Was treibt Dich an, Dein Leben so Preis zu geben? |
Danah:
mir kommt das überhaupt nicht so stripteasemässig vor, denn das wirklich intimes erfährt man da gar nicht. ich bin im grunde ja auch eine notorisch zugenköpfte person. sacklangweilig....
wie gesagt, ich plaudere gern und finde, anständiges lästern ist psychohygiene und bewahrt uns vor noch höheren krankenkassenprämien.
wenn ich damit noch jemanden unterhalten kann, haben wir beide was davon.
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: Was für Reaktionen erhälst Du auf Deine Blogs? |
Danah:
ab und zu kriege ich ein mail, wo mir jemand schreibt, ich hätte ihm mit irgend einer kalberei einen heiteren wochenstart beschert. das freut mich dann immens !
aber meistens erfahre ich nicht, wer da so alles lesen geht – leider.
aber gemäss besucherstatistik müssen es einige sein.
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: Welche Pläne hast Du für die Zukunft? Was können wir von Danah noch erwarten? |
Danah:
in den nächsten tagen wird die radiosingle "summerwii" fertig. ein berndeutsches cover des unglaublichen "summer wine". es ist natürlich wieder ein reto - danah duett. wir werden, wie gesagt, die radios beliefern und es digital verbreiten.
wenn’s auf mich ankäme, würde ich platte um platte um platte aufnehmen.
alles mögliche. die ideen beginnen mich zu penetrieren und die sehnsucht nach dem studio ist riesig. ich liebe es, neues zu entwickeln.
aber leider fehlt mir der goldesel.
meine katzen kriegen’s einfach nicht hin...
denen, die nun tapfer bis zum schluss durchgelesen haben und dem charmanten mike möchte ich vielmals für dieses interview danken ! ich finde es supertoll, dass es mundart-rock.ch gibt. wir schweizer musiker können solche unterstützung so was von brauchen ! mercivüumou !!
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: Besten Dank für dieses Interview. Nun wünschen wir Dir für die CD viel Erfolg und hoffen, dass Du viele tolle Konzerte geben kannst. |